Nachruf auf Marjane Satrapi
Die iranisch-französische Künstlerin Marjane Satrapi, bekannt durch ihre autobiografische Comicreihe Persepolis sowie die darauf basierende Filmadaption, ist am 4. Juni im Alter von 56 Jahren verstorben.
Lebensweg und Werk
Geboren 1969 in Teheran, verbrachte Satrapi ihre Kindheit im Iran während der Zeit der islamischen Revolution. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie zwischen 2000 und 2003 in der schwarz-weißen Comicserie Persepolis, die auch ihr Exil in Europa thematisiert. 1994 zog sie nach Frankreich und erhielt 2006 die französische Staatsbürgerschaft.
Die Verfilmung von Persepolis, die Satrapi gemeinsam mit Vincent Paronnaud 2007 realisierte, wurde beim Festival de Cannes mit dem Jurypreis ausgezeichnet. Zudem gewann der Film mehrere César-Auszeichnungen, darunter für das beste Debüt und die beste Adaption.
Engagement und Anerkennung
In den letzten Jahren engagierte sich Satrapi öffentlich für die Rechte iranischer Frauen und äußerte sich kritisch zur politischen Lage im Iran. Im Januar 2025 lehnte sie die Auszeichnung mit der Légion d’honneur ab.
Würdigung im deutschsprachigen Raum
Im deutschsprachigen Raum wird Marjane Satrapi seit über zwei Jahrzehnten vom Zürcher Comicverlag Edition Moderne betreut. Die Verlegerinnen Marie-France Lombardo und Julia Marti bezeichneten sie in einem Nachruf als eine der bedeutendsten Zeichnerinnen der jüngeren Comicgeschichte und als prägende Persönlichkeit für eine ganze Generation von Comic-Künstlerinnen und -Künstlern. Sie schlossen ihren Nachruf mit den Worten: „Marjane, tu manqueras!“






















