In der neuesten Episode des Podcasts „Kinderbuchpraxis“ gewährt die Nürnberger Buchhändlerin Doris Müller-Höreth spannende Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Leseförderung für Kinder. In ihrem Gespräch thematisiert sie verschiedene Aspekte, die für die Förderung der Lesekompetenz bei jungen Lesern von Bedeutung sind. Dabei beleuchtet sie insbesondere die positiven Effekte von Veranstaltungen und speziellen Programmen.
Müller-Höreth berichtet von den sogenannten Illustrations-Fokuswochen, die in ihrer Buchhandlung stattfinden. Diese Wochen sind darauf ausgelegt, den Kindern die Welt der Bilder und Illustrationen näherzubringen und sie so für das Lesen zu begeistern. Sie hebt hervor, dass die Kombination von Text und Bild eine besonders wichtige Rolle spielt, um das Interesse der Kinder zu wecken und ihre Fantasie anzuregen. Durch kreative Workshops und interaktive Angebote werden die Kinder dazu eingeladen, selbst aktiv zu werden und ihre eigenen Geschichten zu entwickeln. Dies fördert nicht nur die Lesefähigkeit, sondern auch die Kreativität und das Selbstbewusstsein der jungen Teilnehmer.
Ein weiterer zentraler Punkt in Müllers Gespräch ist die Organisation von Leseclubs. Diese Clubs bieten Kindern die Möglichkeit, in einer gemeinsamen Umgebung zu lesen und sich über die Bücher auszutauschen. Es wird deutlich, dass die soziale Komponente beim Lesen eine entscheidende Rolle spielt. Kinder, die in einer Gruppe lesen, haben die Gelegenheit, ihre Gedanken zu teilen, sich gegenseitig zu motivieren und das Gelesene gemeinsam zu reflektieren. Müller-Höreth betont, dass solche Gemeinschaftserlebnisse das Lesevergnügen steigern und Kinder ermutigen, sich intensiver mit Literatur auseinanderzusetzen.
Jedoch warnt die Buchhändlerin auch vor der Gefahr, dass einzelne Veranstaltungen und Events das eigentliche Kerngeschäft der Buchhandlung in den Hintergrund drängen können. Sie erklärt, dass es wichtig ist, ein Gleichgewicht zwischen der Durchführung von Sonderveranstaltungen und dem täglichen Geschäft zu finden. Während Events zweifellos dazu beitragen können, neue Kunden zu gewinnen und das Interesse an Büchern zu fördern, dürfen sie nicht zur Ablenkung von den grundlegenden Aufgaben einer Buchhandlung führen. Die Qualität des Beratungsangebots und die persönliche Beziehung zu den Kunden sollten stets im Mittelpunkt stehen.
Müller-Höreth spricht auch die Herausforderungen an, die durch die Digitalisierung und die Veränderungen im Leseverhalten der Kinder entstanden sind. Sie stellt fest, dass viele Kinder heutzutage mit digitalen Medien aufwachsen und oft weniger Zeit mit gedruckten Büchern verbringen. Dies erfordere innovative Ansätze, um das Lesen wieder attraktiver zu gestalten. Die Buchhandlung müsse sich anpassen und neue Formate finden, um Kinder und ihre Eltern zu erreichen. Dies könne beispielsweise durch die Integration von digitalen Medien in das Leseangebot geschehen, ohne dabei die Bedeutung des gedruckten Buches aus den Augen zu verlieren.
Ein weiterer Aspekt, den Müller-Höreth anspricht, ist die Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Sie betont, wie wichtig es ist, dass Buchhandlungen und Schulen Hand in Hand arbeiten, um die Leseförderung zu stärken. Durch gemeinsame Projekte und Veranstaltungen können Synergien geschaffen werden, die den Kindern zugutekommen und das Lesen in den Fokus rücken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Doris Müller-Höreth in der aktuellen Episode des „Kinderbuchpraxis“-Podcasts wertvolle Einblicke in die Praxis der Leseförderung gibt. Sie zeigt auf, wie durch kreative Ansätze, Gemeinschaftsaktionen und eine enge Zusammenarbeit mit Schulen die Begeisterung für das Lesen gefördert werden kann. Gleichzeitig warnt sie vor den Herausforderungen, die die digitale Welt mit sich bringt, und betont die Notwendigkeit, das Gleichgewicht zwischen Events und dem Kerngeschäft der Buchhandlung zu wahren. Ihre Erfahrungen und Überlegungen sind eine inspirierende Quelle für alle, die sich für die Leseförderung von Kindern engagieren.
















