Erfolgsgeschichte von Pettersson und Findus: Ein Blick auf die Hintergründe der beliebten Kinderbuchreihe

Erfolgsgeschichte von Pettersson und Findus: Ein Blick auf die Hintergründe der beliebten Kinderbuchreihe

Pettersson und Findus: Ein Phänomen der Kinderliteratur

Die Figuren Pettersson und Findus sind in vielen Bereichen präsent: Von Kinofilmen über Freundebücher bis hin zu Müslischalen und Kochbüchern. Seit 1984 wurden die Geschichten des alten Pettersson und seines Katers in Deutschland mehr als neun Millionen Mal verkauft und in 29 Sprachen übersetzt.

Der Ursprung der Buchreihe

Um den Erfolg von „Pettersson und Findus“ nachzuvollziehen, lohnt sich ein Blick auf den Beginn der Reihe, die ursprünglich nicht als Serie geplant war. Das erste Buch mit dem Titel „Eine Geburtstagstorte für die Katze“ stellt den alten Mann und seinen Kater vor. Es war das zweite Werk des schwedischen Illustrators Sven Nordqvist, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte.

Nordqvists ambivalente Haltung zum Schreiben

Sven Nordqvist selbst hatte ursprünglich wenig Interesse am Schreiben und wurde durch die Figuren Pettersson und Findus dennoch zum Autor. Für ihn sind Texte lediglich ein Mittel zum Zweck. „Bilder faszinieren mich am meisten. Schreiben ist für mich nicht wirklich von Bedeutung. Es ist für mich völlig in Ordnung, wenn ein Buch ganz ohne Text auskommt“, erklärt er.

Schon in seiner Jugend zeichnete Nordqvist regelmäßig. „Ich konnte nicht viel, aber zeichnen konnte ich, und das hat mir Freude bereitet. Ich saß gerne allein und malte, und das tue ich bis heute“, berichtet er.

In den frühen 1980er Jahren verlangte sein Verlag jedoch ein Kinderbuch mit Text, weshalb Nordqvist gezwungen war, eine Geschichte zu entwickeln.

„Im Mittelpunkt dieses Buches stehen alltägliche Situationen: Man möchte etwas tun, muss aber erst etwas anderes erledigen. Darum geht es in ‚Eine Geburtstagstorte für die Katze‘ – um die vielen kleinen Zwischenfälle, die einen an unerwartete Orte führen und den Weg zurück. Anfangs gab es nur den alten Mann, später dachte ich an eine alte Dame, doch das wäre zu kompliziert gewesen. Deshalb bekam er einen Kater, damit er jemanden zum Reden hat. Anfangs war Findus nur ein sprechender Kater, mehr nicht.“

Sven Nordqvist

Detailverliebtheit als Markenzeichen

Die Kinder schätzen besonders den frechen Kater Findus, der eine grüne Latzhose trägt und in einem liebevoll, aber chaotisch eingerichteten Haus lebt, das zum Entdecken einlädt.

Wie Pettersson immer wieder in kleine Missgeschicke gerät, bieten die Bücher den Leserinnen und Lesern zahlreiche versteckte Details, die oft nur am Rande mit der Handlung zu tun haben. Ein Beispiel ist ein Kuhgemälde über dem Küchentisch, das sich von Seite zu Seite verändert.

„Wenn ich die Hauptmotive auf einer Seite gezeichnet habe – Pettersson, Findus und ihre Umgebung – bleiben viele kleine Bereiche übrig, die noch mehr Entdeckungen ermöglichen sollten. Ich mag Bilder, die lange nachwirken. Ein Buch sollte man oft lesen und die Illustrationen immer wieder betrachten können.“

Sven Nordqvist

Ein weiteres beliebtes Detail sind die Mucklas, winzige mausähnliche Wesen, die nur Findus sehen kann. Sie treiben gerne Schabernack und kommentieren das Geschehen.

Inspiration aus dem Familienalltag

Als Nordqvist den ersten Band von „Pettersson und Findus“ schrieb, wurde sein Sohn geboren. „Dadurch konnte ich hautnah erleben, wie es ist, jeden Tag mit einem kleinen Wesen zusammen zu sein – das hat mich sehr inspiriert“, erinnert er sich. Dies könnte erklären, warum sich viele Kinder mit Findus identifizieren.

Charakterisierung von Findus und Pettersson

Findus ist ungeduldig, voller Energie und besitzt eine kindliche Naivität. Im Buch „Aufruhr im Gemüsebeet“ versucht er beispielsweise, Fleischklößchen anzupflanzen, weil er kein Gemüse mag. Gleichzeitig ist er ein typischer Stubentiger: eigensinnig, willensstark und kaum zu bändigen. Pettersson hingegen nimmt alles gelassen, wie ein liebevoller Großvater, der seinem Enkel viel durchgehen lässt.

Ein harmonisches Ende in jeder Geschichte

Pettersson legt großen Wert auf seinen Schlaf. Weil Findus frühmorgens auf seinem Bett herumhüpft, stellt er ihn vor die Wahl: Entweder das Hüpfen einstellen oder ausziehen. Findus entscheidet sich für den Auszug.

Pettersson ist entsetzt und versucht, ihn umzustimmen, akzeptiert aber schließlich widerwillig die Entscheidung und baut Findus ein eigenes kleines Haus. Doch Findus merkt bald, dass die Einsamkeit unangenehm ist und kehrt zurück – ein glückliches Ende.

Die friedliche Welt von Pettersson und Findus

Wie in „Findus zieht um“ enden auch die anderen Geschichten stets positiv. Sven Nordqvist entführt Kinder und ihre vorlesenden Eltern in eine idyllische schwedische Dorfwelt mit Wildblumengärten, roten Holzhäusern, einer Tischlerei, geschwätzigen Hühnern und skurrilen Nachbarn.

Die Erzählungen behandeln universelle Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt. Pettersson als Tüftler und sein Kater vermitteln dabei grenzenlosen Optimismus und eine stille Zufriedenheit mit sich und der Welt.

Nordqvist als Inspiration für Pettersson

Ein Stück Sven Nordqvist steckt auch im Charakter des alten Pettersson: Beide tragen eine runde Brille, arbeiten gerne handwerklich und haben kein Problem mit Alleinsein. Sein Atelier in Stockholm ist ähnlich chaotisch wie Petterssons Zuhause.

Die Fülle an liebevollen Details, mit denen Nordqvist seine Kinderbücher ausstattet, verleiht ihnen ihren besonderen Charme. Sie sind humorvoll und erzählen zahlreiche kleine Nebengeschichten, die auch für Kinder ohne Lesekenntnisse zugänglich sind. Der anhaltende Erfolg der Bücher über Pettersson und Findus liegt vor allem darin begründet, dass sie ein visuelles und erzählerisches Gesamtkunstwerk darstellen – zeitlos und ansprechend.

3 thoughts on “Erfolgsgeschichte von Pettersson und Findus: Ein Blick auf die Hintergründe der beliebten Kinderbuchreihe

  1. Als Whistleblower möchte ich anmerken, dass hinter der charmanten Fassade von Pettersson und Findus eine kommerzielle Maschinerie steckt, die oft die kreative Freiheit der Künstler in den Hintergrund drängt.

  2. Die Erfolgsgeschichte von Pettersson und Findus zeigt, wie kreative Illustrationen und charmante Charaktere zeitlose Kinderliteratur schaffen können. Nordqvists Detailverliebtheit bleibt unübertroffen.

  3. Die Geschichten von Pettersson und Findus sind ein wunderbares Beispiel für zeitlose Kinderliteratur. Sie fördern Fantasie, Freundschaft und Entdeckergeist – einfach genial! Weiter so, Sven Nordqvist!

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