Im Jahr 2026 jährt sich der Geburtstag von Jack London zum 150. Mal. Zu diesem Anlass wurden seine Reportagen über das verheerende Erdbeben von San Francisco im Jahr 1906 sowie weitere Texte über seine Heimatstadt veröffentlicht. London, der am 12. Januar 1876 als uneheliches Kind in San Francisco zur Welt kam, erlebte ein Leben voller Herausforderungen und Abenteuer, das in seinen literarischen Werken reflektiert wird. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, nachdem sein biologischer Vater verstorben war, und wurde von seiner Mutter und später von seinem Stiefvater großgezogen. Schon früh musste London Verantwortung übernehmen und verließ die Schule mit nur 13 Jahren, um seiner Familie finanziell unter die Arme zu greifen.
Sein frühes Leben war von Gelegenheitsjobs geprägt, die ihn oft an die Grenzen seiner physischen und psychischen Belastbarkeit führten. Mit 15 Jahren versuchte er, als sogenannter Austernpirat in der San Francisco Bay sein Glück zu finden. Diese Erfahrung öffnete ihm die Augen für die rauen Realitäten des Lebens und führte ihn in die Welt des Alkohols. Später arbeitete er als Patrouillenführer für die Fischereiaufsicht und heuerte mit 17 auf einem Robbenfänger an. Diese vielfältigen Erfahrungen prägten nicht nur sein Leben, sondern flossen auch in seine späteren literarischen Werke ein.
Nach seiner Rückkehr nach Kalifornien 1893 befand sich die amerikanische Wirtschaft in einer Krise, die als „The Panic of 1893“ bekannt wurde. London kämpfte ums Überleben, arbeitete als Kohlenschlepper und reiste als „Hobo“ durch die USA. Diese Zeit als Tramp ließ ihn mit sozialistischen Ideen in Berührung kommen, die ihn fortan begleiten sollten. Er beendete seine Schulbildung und schrieb seine ersten Geschichten, während er in einer Dampfwäscherei arbeitete. Doch der Durchbruch ließ auf sich warten.
Im Jahr 1897, als Gold im Klondike entdeckt wurde, brach London sein Studium ab und reiste nach Alaska, wo er sich große Hoffnungen auf Reichtum machte. Doch auch hier wurde er enttäuscht; die harten Lebensumstände und das Fehlen von Gold führten dazu, dass er nach einem Jahr mittellos nach San Francisco zurückkehrte. Diese Erfahrungen und das Kampf um das tägliche Überleben wurden zu einer Quelle der Inspiration für seine späteren Geschichten.
Sein literarisches Werk begann ernsthaft zu florieren, als er 1900 mit „The Son of the Wolf“ seinen ersten Sammelband veröffentlichte. In den folgenden Jahren produzierte er über fünfzig Romane und Sachbücher, darunter Klassiker wie „The Call of the Wild“ und „White Fang“. Londons Stil war geprägt von einer disziplinierten Arbeitsweise; er schrieb täglich und setzte sich ein striktes Schreibpensum von 1000 Wörtern. Sein Motto lautete: „Man kann nicht darauf warten, dass die Inspiration kommt; man muss sie mit dem Knüppel jagen.“
Trotz seines literarischen Erfolgs war Londons Privatleben turbulent. Er war zweimal verheiratet und kämpfte ständig mit finanziellen Schwierigkeiten, die ihn dazu zwangen, seine literarische Arbeit als eine Art Tagelöhner zu betrachten. Auch seine politischen Ansichten, die ihn zu einem glühenden Sozialisten machten, prägten sein Werk. In Berichten und Romanen kritisierte er die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus, wie zum Beispiel in „The Iron Heel“.
Ein zentrales Ereignis in Londons Leben war das Erdbeben von San Francisco am 18. April 1906. Als die Stadt von einer der schlimmsten Naturkatastrophen in der US-Geschichte heimgesucht wurde, kehrte London umgehend zurück, um die Zerstörung zu dokumentieren. In seiner Reportage „The Story of an Eyewitness“ schilderte er eindringlich die Verwüstung und den Überlebenswillen der Menschen. Er nahm Fotografien auf und stellte das Elend der Flüchtlinge dar. Londons Fähigkeit, in die Ich-Perspektive zu wechseln, ermöglichte es ihm, eine tiefere Verbindung zu seinen Lesern herzustellen.
Seine Erzählungen beinhalteten oft soziale Themen und die Kämpfe der Arbeiterklasse, was sich in Geschichten wie „South of the Slot“ widerspiegelt, in denen er die Differenzierung zwischen verschiedenen sozialen Schichten in San Francisco thematisiert.
Dennoch war Londons Leben geprägt von inneren Kämpfen und Depressionen. Er zog sich schließlich auf seine Farm „Wolf House“ zurück, die er





