Aussetzung der Förderung des Projekts Lesestart 1-2-3 durch das Bundesministerium
Das Bundesministerium für Bildung und Familie plant, die finanzielle Unterstützung für das Programm Lesestart 1-2-3 zum Jahresende einzustellen. Diese Entscheidung stößt bei den Kinderbuchverlagen der Bonnier-Gruppe – darunter Adrian & Wimmelbuchverlag, arsEdition, Carlsen Verlag und Thienemann-Esslinger Verlag – auf deutliche Kritik.
Bedeutung des Projekts Lesestart 1-2-3
Seit 2011 wird das Projekt von der Stiftung Lesen bundesweit umgesetzt und richtet sich an Familien mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren. Die Verteilung erfolgt über Vorsorgeuntersuchungen in Kinderarztpraxen und erreicht dabei Kinder unabhängig von deren sozialem Hintergrund, Bildungsstand oder Herkunft.
Im Rahmen des Programms erhalten Familien eine Lesestart-Tasche, die Pappbilderbücher sowie eine mehrsprachige Broschüre mit Empfehlungen zum gemeinsamen Betrachten der Bücher und Vorlesen enthält. Dadurch wird Kindern der Zugang zu Büchern und das Interesse am Lesen frühzeitig ermöglicht.
Frühkindliche Leseförderung als Grundlage für Bildungserfolg
Lesestart 1-2-3 ist das einzige Förderprogramm, das bereits im Säuglingsalter ansetzt. Zahlreiche Studien belegen, dass Kinder, die frühzeitig regelmäßig Bilderbücher betrachten und vorgelesen bekommen, später leichter lesen lernen und somit wichtige Voraussetzungen für eine selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe erwerben.
Der aktuelle Nationale Bildungsbericht unterstreicht die zentrale Rolle der Frühförderung für den schulischen Erfolg, weist jedoch zugleich auf eine bestehende Verzögerung der meisten Fördermaßnahmen hin, die erst zu einem späteren Zeitpunkt im Entwicklungsprozess der Kinder ansetzen.
Finanzielle Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Verantwortung
Nach Angaben der Stiftung Lesen belaufen sich die jährlichen Kosten für das Projekt Lesestart 1-2-3 auf etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahrgang. Die geplante Einstellung der Förderung durch das Bildungs- und Familienministerium stellt aus Sicht der Verlage eine Gefährdung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit dar.
Die beteiligten Kinder- und Jugendbuchverlage sehen in ihrer Arbeit nicht nur eine Begleitung der kindlichen Entwicklung durch literarische Werke, sondern auch eine gesellschaftliche Verpflichtung. Die Förderung der Lesekompetenz von Anfang an ist für sie ein zentrales Anliegen, weshalb sie die Initiative der Stiftung Lesen seit Jahren unterstützen, um jedem Kind die Möglichkeit des Vorlesens zu gewährleisten.




















