Thomas Melle erhält den Kleist-Preis 2023 für herausragendes literarisches Schaffen

Thomas Melle erhält den Kleist-Preis 2023 für herausragendes literarisches Schaffen

Kleist-Preis 2026: Thomas Melle als Preisträger ausgezeichnet

Die Verleihung des Kleist-Preises findet am 22. November im Rahmen einer Matinée im Deutschen Theater Berlin statt, wie der Verlag Kiepenheuer & Witsch bekanntgab. In Vorbereitung auf den 250. Geburtstag Heinrich von Kleists im Jahr 2027 wurde die Preisgeldsumme erstmals auf 30.000 Euro erhöht.

Auswahlverfahren und Begründung der Jury

Nach der Tradition der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft wählte die Jury zunächst eine Vertrauensperson aus, die in diesem Jahr der Verleger Heinrich von Berenberg war. Dieser bestimmte daraufhin Thomas Melle als Preisträger des Jahres 2026.

Heinrich von Berenberg erläuterte die Entscheidung mit den Worten: „Kein anderer deutschsprachiger Gegenwartsautor gelingt es so eindrucksvoll wie Thomas Melle, das gesellschaftliche Leben des 21. Jahrhunderts in einer zugleich realistischen und kunstvoll gestalteten Form abzubilden. Wer seine Werke liest, erfährt eine Veränderung seines Blicks auf die Welt – mehr kann Literatur kaum bewirken.“

Weiterhin hob von Berenberg hervor: „Mit seinem im besten Sinne verstörenden Werk reiht sich Thomas Melle neben den Namensgeber dieses Preises ein, der selbst einst die Welt als unheilbar betrachtete. Der Kleist-Preis ist für diesen Autor eine mehr als verdiente Anerkennung.“

Stellungnahme des Verlags

Kerstin Gleba, Verlegerin bei Kiepenheuer & Witsch, betonte die Bedeutung der Auszeichnung für das Gesamtwerk von Thomas Melle: „Der Kleist-Preis würdigt ein literarisches Schaffen, das von vielgespielten Theaterstücken bis zu großen Romanen eine außergewöhnliche Intensität aufweist. Ob in der radikalen Offenheit von ›Die Welt im Rücken‹ oder der erzählerischen Brillanz seines jüngsten Romans ›Haus zur Sonne‹ – Thomas Melle findet stets eine Sprache für das Unsagbare. Seine Texte dringen tief in die Gegenwart ein und analysieren sie mit einer Präzision, die sowohl schmerzhaft als auch erkenntnisreich ist.“