Im Jahr 2026 wird die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verlagsbranche in Deutschland voraussichtlich weiter zunehmen. Eine aktuelle Untersuchung, die von IG Digital im Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Highberg sowie dem Börsenblatt durchgeführt wurde, zeigt auf, dass es signifikante Unterschiede zwischen kleinen und großen Verlagen gibt, sowohl in Bezug auf die erwarteten Potenziale als auch auf die Arten und Weisen, wie KI eingesetzt wird.
Die Studie verdeutlicht, dass größere Verlage tendenziell optimistischer sind, was die Möglichkeiten von KI betrifft. Sie erkennen das Potenzial, das diese Technologie für die Automatisierung von Prozessen, die Verbesserung von Marketingstrategien und die Personalisierung von Inhalten bieten kann. Für viele große Verlage stellt KI eine Chance dar, um ihre Effizienz zu steigern und innovative Produkte zu entwickeln. Diese Unternehmen scheinen bereit zu sein, in neue Technologien zu investieren und strategische Partnerschaften einzugehen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Im Gegensatz dazu zeigen kleinere Verlage eine differenziertere Sicht auf den Einsatz von KI. Während einige von ihnen die Technologie als nützlich erachten, sind viele nicht überzeugt, dass sie in der Lage sind, die erforderlichen Ressourcen für eine effektive Implementierung aufzubringen. Oft haben kleinere Verlage nicht die gleichen finanziellen Mittel oder das technische Know-how, um KI-Lösungen zu entwickeln oder zu integrieren. Dies führt dazu, dass sie sich eher zurückhaltend zeigen und zunächst abwarten, wie sich die Technologie in der Branche entwickeln wird.
Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie ist die Art und Weise, wie KI in den verschiedenen Verlagen genutzt wird. Große Unternehmen tendieren dazu, KI in verschiedenen Bereichen einzusetzen, darunter Datenanalyse, Kundenbeziehungsmanagement und Content-Erstellung. Sie nutzen KI-gestützte Algorithmen, um Leserpräferenzen zu analysieren und personalisierte Empfehlungen zu geben. Dies hilft ihnen nicht nur, ihre Zielgruppe besser zu erreichen, sondern auch, ihre Verkaufsstrategien zu optimieren.
Kleinere Verlage hingegen konzentrieren sich häufig auf spezifische Anwendungen von KI, die weniger komplex sind und sofort umsetzbare Vorteile bieten. Beispiele hierfür sind einfache Automatisierungstools, die bei der Formatierung von Manuskripten oder der Verwaltung von Social-Media-Kanälen helfen. Diese Unternehmen sind oft bestrebt, mit begrenzten Mitteln maximale Effizienz zu erreichen und nutzen KI daher in Bereichen, die schnell und einfach implementiert werden können.
Die Untersuchung legt auch nahe, dass die Verbreitung von KI in der Verlagslandschaft eng mit der allgemeinen Digitalisierung der Branche verknüpft ist. Die COVID-19-Pandemie hat viele Verlage dazu gezwungen, ihre Digitalstrategien zu überdenken und zu modernisieren. In diesem Kontext wird KI zunehmend als Schlüsseltechnologie angesehen, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Verlage, die sich frühzeitig mit KI auseinandersetzen und bereit sind, in diese Technologien zu investieren, wahrscheinlich einen Wettbewerbsvorteil erlangen werden. Diejenigen, die zögern oder nicht in der Lage sind, sich anzupassen, laufen Gefahr, im immer dynamischeren und technologiegetriebenen Markt zurückzufallen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Verlagslandschaft Deutschlands im Jahr 2026 auf einem vielversprechenden Weg ist, jedoch stark von der Unternehmensgröße und den verfügbaren Ressourcen abhängt. Während große Verlage die Chancen der KI proaktiv nutzen, müssen kleinere Unternehmen kreative Wege finden, um von den Vorteilen dieser Technologie zu profitieren und gleichzeitig ihre individuellen Herausforderungen zu bewältigen. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie sich die Verlagsbranche im digitalen Zeitalter weiterentwickelt und anpasst.





