In diesem Jahr wird die Göttinger Lichtenberg-Poetikdozentur von Dominik Graf, einem der markantesten und einflussreichsten Drehbuchautoren und Regisseure der deutschen Filmlandschaft, übernommen. Graf ist bekannt für sein einzigartiges Gespür für Geschichten und seine Fähigkeit, komplexe Themen auf fesselnde Weise zu inszenieren. Sein Werk wird oft von einem tiefen Verständnis für die menschliche Psyche und die sozialen Strukturen geprägt, die unser Leben beeinflussen.
Das zentrale Thema seiner Lehrtätigkeit wird unter dem Motto „Selbstbild und Systemzwang“ präsentiert. Dieses Motto spiegelt die duale Natur wider, die in vielen von Grafs Arbeiten zu finden ist: das Spannungsfeld zwischen dem individuellen Selbst und den äußeren Zwängen, die durch gesellschaftliche Normen und Systeme auferlegt werden. In einer Zeit, in der persönliche Identität und gesellschaftliche Erwartungen oft in Konflikt miteinander stehen, bietet Graf eine Plattform, um diese Themen zu erkunden und zu diskutieren.
Dominik Graf hat im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen erhalten und gilt als einer der innovativsten Filmemacher Deutschlands. Seine Filme, die sowohl im Kino als auch im Fernsehen Beachtung fanden, zeichnen sich durch eine kreative Erzählweise und intensive Charakterstudien aus. Graf hat es verstanden, mit seinen Arbeiten sowohl das Publikum zu fesseln als auch kritische gesellschaftliche Fragen aufzuwerfen. Seine Fähigkeit, Alltagsrealitäten mit poetischen Elementen zu verschmelzen, macht seine Werke einzigartig und unverwechselbar.
In seinen Lehrveranstaltungen wird Graf voraussichtlich nicht nur auf sein eigenes Schaffen eingehen, sondern auch darauf, wie sich das Bild des Individuums im Kontext gesellschaftlicher Strukturen entwickelt. Er wird die Studierenden dazu anregen, über die Herausforderungen nachzudenken, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen persönlicher Freiheit und den Anforderungen, die von außen an uns gestellt werden, ergeben. Diese Auseinandersetzung ist besonders relevant in einer Welt, die zunehmend von digitalen Medien und sozialen Netzwerken geprägt ist, wo das Selbstbild oft durch externe Meinungen und Erwartungen beeinflusst wird.
Graf wird den Studierenden die Möglichkeit geben, eigene filmische Projekte zu entwickeln und zu reflektieren, wie deren persönliche Erfahrungen und Perspektiven in die Geschichten einfließen können, die sie erzählen möchten. Dabei wird er den Fokus auf die Bedeutung der Authentizität legen und ermutigen, die eigene Stimme zu finden. Dies ist besonders wichtig in einem Zeitalter, in dem viele junge Filmemacher versuchen, sich in einem überfüllten Markt zu behaupten.
Die Lichtenberg-Poetikdozentur ist nicht nur eine Gelegenheit für Graf, sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzugeben, sondern auch ein Raum für kreativen Austausch. Schauspieler, Drehbuchautoren und andere kreative Köpfe werden eingeladen, sich mit ihm zu vernetzen und voneinander zu lernen. Dies könnte zu spannenden Kollaborationen und neuen Projekten führen, die das Potenzial haben, die deutsche Filmlandschaft weiter zu bereichern.
Graf sieht in der Kunst eine Möglichkeit, gesellschaftliche Themen aufzugreifen und Dialoge zu fördern. Durch seine Lehrtätigkeit möchte er dazu beitragen, dass die Studierenden nicht nur technische Fähigkeiten erwerben, sondern auch ein tiefes Verständnis für die sozialen und kulturellen Kontexte entwickeln, in denen sie arbeiten. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln und der Einfluss externer Faktoren auf unser Selbstbild sind zentrale Aspekte, die er in den Mittelpunkt seiner Lehre stellen möchte.
Insgesamt verspricht die Göttinger Lichtenberg-Poetikdozentur mit Dominik Graf eine spannende und inspirierende Reihe von Veranstaltungen, die sowohl die Studierenden als auch die breite Öffentlichkeit ansprechen wird. Graf ist ein Künstler, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt, und seine Präsenz an der Universität wird sicherlich dazu beitragen, das Verständnis für die Kunstform Film in Deutschland zu vertiefen.



