Die Grenzen der Künstlichen Intelligenz und die Bedeutung des Hörens – Ein Rückblick auf die IG Bel…

Am 20. Januar fand in München eine spannende Veranstaltung der IG BellSa statt, bei der die beiden Referenten Katharina Zweig und Christoph Engemann das Publikum durch ihre tiefgreifenden Analysen und Diskussionen fesselten. In ihren Vorträgen beleuchteten sie die Herausforderungen und Möglichkeiten, die die digitale Welt für die Sichtbarkeit von Marken und die Nutzung verschiedener Medienformate mit sich bringt. Dabei wurde besonders deutlich, dass trotz aller technologischen Fortschritte, die Künstliche Intelligenz (KI) in vielen Bereichen an ihre Grenzen stößt.

Zweig und Engemann thematisierten in ihren Beiträgen die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der heutigen Gesellschaft. Während KI in der Lage ist, große Datenmengen zu analysieren und Muster zu erkennen, fehlen ihr oft die Fähigkeiten, die für komplexe menschliche Entscheidungen und kreative Prozesse notwendig sind. Sie können keine Emotionen empfinden, keine ethischen Überlegungen anstellen und keine tiefen kulturellen Kontexte verstehen, was sie in vielen Bereichen unzureichend macht. Dies wirft Fragen auf, wie weit wir uns auf diese Technologien verlassen wollen und welche menschlichen Fähigkeiten und Werte durch die Nutzung von KI möglicherweise in den Hintergrund gedrängt werden.

Ein weiterer zentraler Punkt der Diskussion war die Frage nach der Sichtbarkeit im Internet. In einer Zeit, in der digitale Präsenz entscheidend für den Erfolg von Marken ist, wurde die Herausforderung thematisiert, sich in einem überfluteten Markt Gehör zu verschaffen. Die Referenten plädierten für ein crossmediales Markenmodell, das verschiedene Plattformen und Formate integriert, um die Zielgruppen effektiv zu erreichen. Sie betonten, wie wichtig es ist, die Ansprache der Konsumenten über verschiedene Kanäle hinweg konsistent und ansprechend zu gestalten, um im Gedächtnis zu bleiben.

Ein besonders bemerkenswerter Moment des Events war die rege Diskussion über die EU-Entwaldungsverordnung für Druckerzeugnisse. Diese Verordnung, die darauf abzielt, den Bezug von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen zu unterbinden, stieß auf großes Interesse und Applaus im Publikum. Viele Anwesende sahen hierin einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltigerer Praktiken in der Druck- und Verlagsbranche. Die Verordnung könnte dazu beitragen, die Umweltauswirkungen der Produktion von Druckerzeugnissen zu verringern, was in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist.

In Bezug auf die Rolle des Lesens und Hörens in der modernen Medienlandschaft wurde die These aufgestellt, dass „Hören das neue Lesen“ ist. Dies bedeutet, dass audiovisueller Content, wie Podcasts und Hörbücher, zunehmend an Bedeutung gewinnt und möglicherweise sogar das traditionelle Lesen von Texten überholen könnte. In einer Welt, in der Zeit ein kostbares Gut ist, bieten Hörformate eine flexible Möglichkeit, Informationen aufzunehmen und sich mit Inhalten auseinanderzusetzen. Diese Entwicklung könnte auch als Reaktion auf die zunehmende Digitalisierung und die veränderten Lebensgewohnheiten der Menschen betrachtet werden, die oft nach praktischen und zeitsparenden Lösungen suchen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Veranstaltung der IG BellSa in München nicht nur eine Plattform für den Austausch über aktuelle Themen der Medien- und Verlagsbranche bot, sondern auch dazu anregte, über die Grenzen der Technologie und die Bedeutung menschlicher Fähigkeiten nachzudenken. Während KI in vielen Bereichen eine wertvolle Unterstützung darstellen kann, ist es entscheidend, die menschliche Kreativität, Empathie und ethische Überlegungen nicht aus den Augen zu verlieren. Die Diskussion über die EU-Entwaldungsverordnung und die wachsende Bedeutung von Hörformaten zeigen zudem, dass das Streben nach Nachhaltigkeit und Innovation in der Branche eine zentrale Rolle spielt. Die Veranstaltung hat erneut verdeutlicht, dass die Herausforderungen der digitalen Welt nicht nur technischer Natur sind, sondern auch tiefgreifende gesellschaftliche und kulturelle Fragen aufwerfen.