Mutterschaft und Literaturbetrieb Herausforderungen und Erfahrungen einer Autorin

Mutterschaft und Produktivität im Literaturbetrieb

Über viele Jahre hinweg bemühte ich mich, im Literaturbetrieb zu zeigen, dass Mutterschaft meine Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Ich schrieb während des Wochenbetts, reiste mit meinem Kleinkind zu Lesungen, arbeitete trotz Krankheit, nahm an Buchmessen teil, organisierte die Kinderbetreuung und erfüllte alle Anforderungen.

Ein prägender Moment

Alles begann mit einer Bemerkung meines Lektors im Jahr 2007. Damals war ich im achten Monat schwanger und hatte gerade den Vertrag für meinen dritten Roman unterzeichnet. Beim gemeinsamen Anstoßen in einem Restaurant sagte er: „Schade, vermutlich ist das dein letztes Buch.“ Dieser Satz traf mich unerwartet. Ich fragte überrascht: „Warum das? Wollt ihr die Zusammenarbeit beenden?“

Die unausgesprochene Erwartung

Rückblickend amüsiert mich, wie emotional ich reagierte – fast wie in einer Filmszene. Mit einem Augenzwinkern hob mein Lektor sein Glas und zeigte auf meinen Babybauch: „Literatur ist eine Geliebte, die niemanden neben sich duldet, schon gar kein Kind.“ Damals wurde mir nicht bewusst, dass er eine solche Aussage niemals gegenüber einem werdenden Vater gemacht hätte. Mein einziger Gedanke war: Ich werde das Gegenteil beweisen.