In Ebersberg steht die letzte verbliebene Buchhandlung vor einer existenziellen Krise, nachdem das Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Björn Hartung, der Eigentümer des Geschäfts, sieht sich mit enormen Herausforderungen konfrontiert und hat öffentlich um Unterstützung gebeten. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ schildert er die schwierigen Umstände, die sein Unternehmen belasten.
Hartung berichtet, dass das Weihnachtsgeschäft, das für viele Einzelhändler eine entscheidende Zeit ist, in diesem Jahr enttäuschend verlaufen ist. Die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück, was die finanziellen Ressourcen der Buchhandlung erheblich strapaziert. Diese Situation ist nicht nur für Hartung, sondern auch für die gesamte Gemeinde bedenklich, da die Buchhandlung nicht nur ein Geschäft, sondern ein kultureller Treffpunkt ist. Sie bietet nicht nur Bücher an, sondern auch Veranstaltungen, Lesungen und eine Plattform für lokale Autoren.
Die Herausforderungen, vor denen die Buchhandlung steht, sind vielfältig. Zum einen sind die gestiegenen Betriebskosten ein ernsthaftes Problem. Mieten und Nebenkosten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, während die Einnahmen stagnieren. Viele Kunden greifen zudem zunehmend auf Online-Plattformen zurück, um Bücher zu bestellen, was den lokalen Buchhändlern zusätzlich zu schaffen macht. Diese Entwicklung führt dazu, dass viele kleine Buchhandlungen in ihrer Existenz bedroht sind, da sie mit den großen Online-Anbietern nicht konkurrieren können, die oft niedrigere Preise und eine größere Auswahl bieten.
Hartung appelliert sowohl an die Kunden als auch an die Politik, um die Buchhandlung zu unterstützen. Er fordert die Menschen auf, bewusster einzukaufen und lokale Geschäfte zu unterstützen, anstatt auf die großen Online-Riesen zurückzugreifen. Jeder Kauf in seiner Buchhandlung sei nicht nur eine Unterstützung für sein Geschäft, sondern auch ein Beitrag zur Erhaltung der kulturellen Vielfalt in Ebersberg. Hartung ist überzeugt, dass die Buchhandlung eine wichtige Rolle im sozialen und kulturellen Leben der Stadt spielt. Sie ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich austauschen und die Freude am Lesen entdecken können.
Darüber hinaus fordert Hartung von der Politik, die Rahmenbedingungen für lokale Einzelhändler zu verbessern. Er weist darauf hin, dass es notwendig ist, Anreize zu schaffen, um den stationären Handel zu fördern. Dazu gehören zum Beispiel Förderprogramme für kleine Unternehmen oder steuerliche Erleichterungen. Hartung ist sich bewusst, dass auch die Politik eine Verantwortung hat, um die Vielfalt des Handels in den Städten zu bewahren.
In den letzten Jahren haben viele Buchhandlungen schließen müssen, und Ebersberg könnte bald eine ähnliche Geschichte erleben, wenn sich die Situation nicht ändert. Hartung ist jedoch entschlossen, für seine Buchhandlung zu kämpfen und appelliert an die Solidarität der Gemeinschaft. Er erinnert daran, dass der Erhalt von lokalen Geschäften nicht nur eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist, sondern auch eine Frage des kulturellen Erbes.
Er ermutigt die Bürger, regelmäßig in die Buchhandlung zu kommen, nicht nur um Bücher zu kaufen, sondern auch um an den Veranstaltungen teilzunehmen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Die Buchhandlung ist ein Ort der Begegnung, an dem Ideen ausgetauscht und neue Perspektiven entdeckt werden können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Situation der Ebersberger Buchhandlung ein Spiegelbild der Herausforderungen ist, mit denen viele lokale Einzelhändler konfrontiert sind. Björn Hartung hat mit seinem Aufruf an die Kunden und die Politik einen wichtigen Schritt unternommen, um auf die Probleme aufmerksam zu machen und um Unterstützung zu bitten. Es bleibt zu hoffen, dass die Gemeinschaft und die Entscheidungsträger in Ebersberg auf diesen Hilferuf reagieren und gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die den Fortbestand der Buchhandlung sichert und das kulturelle Leben der Stadt bereichert.




