Innovation in Unternehmen Mut Zeit und Change Management im Fokus

Innovation als ambivalentes Phänomen

Im Loslegen!-Podcast wird Innovation als ein zweiseitiges Konzept betrachtet. Einerseits führt sie zur Entstehung sogenannter Grauschwäne: Eine einzelne Idee wird zum Produkt, das bestehende Strukturen herausfordert. Andererseits bildet Innovation die Grundlage für Gegenmaßnahmen. Es zeigt sich, dass Menschen besonders kreativ werden, wenn sie unter Druck stehen, während Wohlstand oft zu Stillstand führt.

Voraussetzungen für Innovationsprozesse in Unternehmen

Andreas Köglowitz betont, dass Unternehmen zwei zentrale Faktoren benötigen, um Innovation zu fördern: Mut und ausreichend Zeit. Konkret bedeutet dies, einen bestimmten Anteil der Arbeitszeit – etwa zehn, zwanzig oder fünfzig Prozent – für kreative Tätigkeiten freizustellen. Ebenso wichtig sei die ausdrückliche Erlaubnis, Fehler zu machen, auch wenn dies häufig geschieht. Ideen entstehen selten am Schreibtisch, sondern häufig in alltäglichen Situationen wie beim Duschen oder anderen einfachen Tätigkeiten.

Nach der Phase der Innovation folgt die eigentliche Herausforderung: das Change Management. Ein strukturierter Prozess sollte etwa 60 bis 70 Prozent der Mitarbeitenden mitnehmen, während der verbleibende Teil schwerer zu integrieren ist.

Künstliche Intelligenz als disruptiver Faktor

Köglowitz betrachtet Künstliche Intelligenz nicht als Grauschwan, sondern als Schwarzen Schwan mit einem bislang unzureichend erfassten Einfluss. Weitere technologische Entwicklungen wie Robotik und Quantencomputing werden folgen. Die größte Gefahr sieht er nicht in KI-generierten Inhalten, sondern in der Vorstufe: Wenn es an Rezipienten mangelt, gerät das gesamte Geschäftsmodell ins Wanken. Er räumt ein, dass auch sein eigener Beratungsberuf zunehmend von Maschinen übernommen werden könnte, die rund um die Uhr und autonom agieren.

Empfehlungen für den Umgang mit Veränderungen

Sein abschließender Rat lautet, Veränderungen offen zu begegnen, anstatt sie zu ignorieren. Ehrlichkeit und das Vorhalten von Notfallplänen sind entscheidend. Wer vorbereitet ist, hat einen klaren Vorteil.