Ab den 1970er Jahren setzte sich die Neue Frauenbewegung mit Nachdruck für die Rechte von Frauen ein, insbesondere in Bezug auf sexuelle Selbstbestimmung und den Schutz vor sexueller Gewalt. Diese Bewegung war nicht nur ein gesellschaftlicher Umbruch, sondern auch eine Reaktion auf patriarchale Strukturen, die über Jahre hinweg Frauen unterdrückten und ihre Rechte missachteten. Ein zentrales Anliegen war die Reform des §177 des Strafgesetzbuches, der die sexuellen Übergriffe regelte.
In dieser Zeit begannen Frauen, sich kollektiv zusammenzuschließen und ihre Stimmen gegen die Ungerechtigkeiten zu erheben, die sie erlitten hatten. Sie forderten nicht nur eine rechtliche Gleichstellung, sondern auch eine umfassende gesellschaftliche Anerkennung ihrer Rechte. Dabei war die Reform des §177 ein entscheidendes Ziel, da dieser Paragraph lange Zeit eine unzureichende rechtliche Grundlage bot, um Opfer von sexuellen Übergriffen adäquat zu schützen.
Die Diskussionen über die Reform waren von intensiven Auseinandersetzungen geprägt und erinnerten in ihrer Dramatik an einen Kriminalfall. Journalisten und Aktivisten, wie die Autorin Davies, beleuchteten die verschiedenen Facetten des Themas und machten auf die oft tragischen Schicksale aufmerksam, die hinter den Statistiken standen. Die Medienberichterstattung trug dazu bei, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und die öffentliche Diskussion voranzutreiben.
Die Neue Frauenbewegung mobilisierte zahlreiche Frauen, die sich in verschiedenen Initiativen und Gruppen zusammenschlossen. Diese Gruppen setzten sich nicht nur für rechtliche Reformen ein, sondern auch für eine grundlegende gesellschaftliche Transformation. Sie forderten, dass sexuelle Selbstbestimmung als Menschenrecht anerkannt wird und dass Frauen das Recht haben, über ihren eigenen Körper zu entscheiden.
Ein zentrales Thema war die Frage, wie sexuelle Übergriffe definiert werden sollten. Bis zu diesem Zeitpunkt war der rechtliche Schutz von Frauen in vielen Fällen unzureichend. Oft mussten sie nachweisen, dass sie sich gewehrt hatten, um eine Strafverfolgung zu erreichen. Diese Regelung führte dazu, dass viele Übergriffe nicht angezeigt wurden, da die Opfer Angst vor weiteren Demütigungen und der Frage nach ihrer eigenen Schuld hatten. Die Neue Frauenbewegung forderte daher eine Neudefinition des §177, um die Rechte der Opfer zu stärken und den Tätern klare Grenzen aufzuzeigen.
Die Reform des §177 war ein langwieriger Prozess, der von politischem Widerstand und verschiedenen gesellschaftlichen Meinungen begleitet wurde. Unterschiedliche Gruppen hatten oft unterschiedliche Auffassungen darüber, was eine gerechte Regelung ausmachte. Dennoch gelang es der Neuen Frauenbewegung, durch Hartnäckigkeit und Engagement die öffentliche Meinung zu beeinflussen und letztlich die notwendigen politischen Veränderungen herbeizuführen.
Die erfolgreiche Reform hatte nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern auch eine tiefgreifende gesellschaftliche Wirkung. Sie trug dazu bei, das Bewusstsein für sexuelle Selbstbestimmung zu schärfen und das Thema aus der Tabuzone in die öffentliche Diskussion zu rücken. Frauen konnten nun offener über ihre Erfahrungen sprechen, und das Thema sexuelle Gewalt wurde in den politischen und sozialen Diskurs integriert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Neue Frauenbewegung ab den 1970er Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Reform des §177 und zur Stärkung der Rechte von Frauen geleistet hat. Ihr unermüdlicher Einsatz für die sexuelle Selbstbestimmung hat nicht nur rechtliche Veränderungen bewirkt, sondern auch das Bewusstsein für die Problematik geschärft und dazu beigetragen, das gesellschaftliche Klima zu verändern. Die Auseinandersetzung um die Reform war zwar herausfordernd, aber sie führte zu einem grundlegenden Wandel, der bis heute nachwirkt. Die Errungenschaften dieser Bewegung sind ein wichtiger Teil des fortwährenden Kampfes für Gleichheit und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft.



